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aus///stellung > 14.06.19 / KG Freiräume

Zwischen Repräsentation und Figuration oder: der rote Faden im Heuhaufen

Das verbindende Element oder der sogenannte rote Faden einzelner Arbeiten einer Gruppenausstellung ist oft nicht leicht zu finden, sofern nicht ein geschichtlicher oder inhaltlicher Leitfaden vorgefunden werden kann, bevor die Arbeiten erstellt oder ausgewählt werden. Interessant erscheint jedoch die Spurensuche, wenn diese Vorgaben a priori nicht vorhanden sind – zumindest über Assoziationen können Arbeiten dann verbunden werden. Das Verbindende kann jedoch auch im Entstehungsprozess an sich liegen: entweder in einer Ähnlichkeit des gedanklichen oder auch des physischen Arbeitsprozesses, einer (temporären) räumlichen Nähe der Künstler_innen oder ganz einfach die Gegenüberstellung der medialen Ausdrucksformen.

Die Ihnen nun vorliegenden und vorhängenden Arbeiten haben in vielen Bereichen große Differenzen, gemeinsam ist ihnen jedoch eine Auseinandersetzung mit Repräsentationsverhältnissen. Wo die Arbeiten zwischen Darstellung und Figuration zu verorten sind, ist von Arbeit zu Arbeit unterschiedlich; Dass es jedoch Berührungspunkte in der Thematik gibt, wenn Arbeiten das repräsentationale „Henne-Ei“ Problem thematisieren, oder an eine Übersetzung von natürlichen Phänomenen in ein metaphorisches Kunstwerk erinnern, liegt auf der Hand. Ebenso ist die Form des Nicht-Zeigens immer noch eine Repräsentation – keine Antwort ist ja immer auch eine Antwort. Viele Arbeiten haben somit auf den zweiten Blick mehr miteinander gemein, als zunächst vermutet werden kann. Der zweite Blick ist somit – ganz im Sinne des Titels dieses Textes – der repräsentativere, wenn man so will.

Mit der Wahrheit unterhält die Repräsentation ein ambivalentes Verhältnis, jedoch ist dies wohl eher der Tatsache geschuldet, dass bei Abbildungsverhältnissen und semiotischen Betrachtungen die erste „natürliche“ Reaktion ist, besser zu viel, als zu wenig zu hinterfragen.

Für alle, die sich nun nicht nur in ihrer Wirklichkeit (und/oder Illusion) hinterfragt fühlen, sondern ebenso neugierig geworden sind, was denn nun für Arbeiten hier vorliegen, sei geraten, der Ausstellung nach dem ersten und zweiten Blick, vielleicht auch noch einige weitere zu schenken.