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RAZIO > 07.06. - 27.07.19 / Fotohof Salzburg

Sabaudia, das sich etymologisch vom Königshaus Savoyen ableitet, ist eine der letzten Stadtgründungen Europas. Die heute circa 20 000 Einwohner zählende Kleinstadt wurde von August 1933 bis April 1934 gebaut, nachdem Benito Mussolini die Paludi Pontine, das Sumpfgebiet südöstlich von Rom, hatte trockenlegen lassen. Glaubt man Plinius, war dieser Landstrich einmal blühendes Kulturland gewesen; das ausgeklügelte Entwässerungssystem war dann durch neue, unkundige Siedler zusammengebrochen. Über Jahrhunderte blieb das Gebiet weitestgehend unbewohnbar, die Malaria breitete sich aus. Diverse Kaiser und Päpste  dachten darüber nach, wie man das Land trockenlegen könnte, doch erst ein preussischer Offizier namens Major Fedor Maria von Donat entwickelte einen konkreten Plan. Mussolini schließlich machte sich das  Konzept des deutschen Offiziers zunutze und ließ zwischen 1927 und 1939, 840 Quadratkilometer Sumpfland trocken legen. Der Agro Pontino war für den Duce ungefähr das, was die Autobahnen für Hitler waren: ein Prestigeprojekt schlechthin, das ihm Anerkennung brachte – bis heute. Neben Sabaudia wurden Littoria (heute: Latina), Pontinia, Aprilia und zuletzt Pomezia – alle Mitte bis Ende der dreißiger Jahre – nach städtischen Konzepten neu errichtet. Wenngleich sich die Städte harmonisch in die Natur einfügen, kann man die ideologische Wurzel der Städte nach wie vor spüren.